Aktuelles
Kolumne des Ortsvorstehers
Neu Fahrland im Winter 2010
Entgegen manch düsterer Prognosen in Zeiten einer globalen Erwärmung haben sich auch in unserem Ortsteil der Jahreszeit entsprechend ganz normale winterliche Bedingungen eingestellt. Wie im wahren Leben liegen Freud und Leid oftmals dicht beieinander. Unsere Kinder, Wintersportler und Erholungssuchende finden derzeit optimale Bedingungen vor. Für unsere Bürger im erwerbsfähigen Alter sind das teilweise katastrophale Zustände auf dem Weg zur und von der Arbeit vor. Am härtesten trifft es unsere älteren Bürger und Behinderte. Einschränkungen in der Mobilität und in der Versorgung sind zum Teil besorgniserregend. In diesen Tagen laufen schon mal die Telefone der Verwaltung heiß und täglich werden neue Betrachtungsweisen zum Winterdienst (WD) speziell in der örtlichen Presse veröffentlicht. Schnell wird die Frage aufgeworfen: Wer trägt denn eigentlich die Verantwortung für die teilweise chaotischen Zustände beim WD?
Eine Antwort finden wir in der zurzeit gültigen Fassung der Straßenreinigungssatzung der Landeshauptstadt Potsdam (LHP):
§ 4 Art und Umfang des Winterdienstes
Auf Straßen ohne Kennzeichnung (in der Anlage zum Straßenverzeichnis der LHP sind für Neu Fahrland lediglich die „Tschudistraße„, die Straßen „Am Kirchberg“ und „Am Stinthorn“ -von der B2 bis zum Eingang der Heinrich-Heine-Klinik - mit WD 1 - erstrangig - gekennzeichnet) ist der WD durch die Grundstückseigentümer wie folgt durchzuführen:
(2) Bei Eis und Schneeglätte sind öffentliche Straßen und Verkehrsflächen zu bestreuen und gegebenenfalls vorher zu beräumen....
(3) Gehwege sind in einer Breite von 1,50 m von Schnee freizuhalten, bei Straßen ohne Gehweg ist ebenfalls zur bebauten Fahrbahnseite hin ein Streifen von 1,50 m Breite von Schnee freizuhalten....
(4) Werktags sind in der Zeit von 06.00 – 20.00 Uhr, sonn- und feiertags von 09.00 – 20.00 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte unverzüglich zu beseitigen.....
§ 7 Ordnungswidrigkeiten
(2) Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von 5,00 € - 1.000,00 € geahndet werden.
Welche Gebühren werden von der Landeshauptstadt Potsdam (LHP) im Fall der Durchführung des Winterdienst (WD) durch die Stadtentsorgung Potsdam (STEP) erhoben?
§ 2 Straßenreinigungsgebührensatzung
(8) Die (Jahres-)Benutzungsgebühr für den WD beträgt je Frontlängenmeter in der Winterdienstkategorie WD 1 - erstrangig - 3,06 €.
Vor diesem Hintergrund sind aus meiner Sicht grundlegend neue Denkansätze notwendig, denn die neue Straßenreinigungssatzung kommt bestimmt. Aber vorher richtet sich mein Appell an alle verantwortungsbewussten Grundstücksbesitzer (u. in Einzelfällen auch an die Mieter): Nehmen Sie Ihre Bürgerpflicht auch beim WD bewusst wahr, es geht um unser aller Gesundheit.
Alles Gute beim winterlichen Fitnesstraining wünscht Ihnen
Ihr Ortsvorsteher
Hartmut Reiter
Anregungen und Kritiken sind ausdrücklich erwünscht, abzugeben im Briefkasten des Ortsbeirates, Am Kirchberg 50 (Kita), oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .
Aktuelles
Die neue Brücke über den Stichkanal Ringstrasse ist fertig und wird eifrig genutzt.
Ein Blick in die Vergangenheit:
Das Gebiet der heutigen „Ringstraße“, begrenzt vom Weißen See, dem Fahrländer See und dem Hainholz mit Kirchberg, gehörte als Ackerfläche zum Müller´schen Gut.
Etwa um das Jahr 1930 wurde diese als Bauland verkauft. Eine Baugesellschaft parzellierte die Ackerfläche und verkaufte die Grundstücke. Diese Baugesellschaft führte zunächst bedeutende Erdarbeiten durch. Stagnierendes Grundwasser wurde durch einen Stichkanal abgeleitet, der zugleich den an ihn grenzenden Parzellen den Wasseranschluss an den Fahrländer See gewährte.
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945 gab es an dieser Stelle keine Brücke. 1946 wurden alle Häuser in Neu Fahrland von der Sowjetarmee beschlagnahmt. Alle Einwohner mussten den Ort verlassen. In das Haus Ringstrasse 34 - das ehemalige Wohnhaus der Schauspielerin Karin Hardt - zog ein Sowjetgeneral; ihn ärgerte offenbar, dass er täglich die Ringstrasse umfahren musste. Er befahl einer Pioniertruppe, eine Brücke zu bauen. Diese wurde dann aus rohen Baumstämmen - aus unserem Wald - mit Knüppeldamm als Belag über den Stichkanal gebaut.
Nach etwa 10 Jahren waren die Hölzer morsch und eine neue Brücke musst her. Wieder aus Holz als handwerkliche Zimmermannsarbeit wurde sie errichtet. Diese Brück wurde mehrmals instandgesetzt, aber irgendwann ging das nicht mehr.
Die Brücke musste also wieder ersetzt werden. Diese wurde wahrscheinlich von dem in Neu Fahrland vor der Wende ansässigen Kreisbetrieb für Landtechnik als Stahlkonstruktion hergestellt.
Nach der Wende entsprach diese Brücke nicht mehr den aktuellen Vorschriften. Die Fundamente waren brüchig und senkten sich.
Nun haben wir wieder eine neue Brücke, die vierte an dieser Stelle, die nun 100 Jahre halten wird, so versichern die Fachleute.
Nebenbei bemerkt: Das ist die erste Aluminium-Brückenkonstruktion in Potsdam.
Noch eine Bemerkung: Warum haben weder diese Brücke noch der Stichkanal einen eigenen Namen, wie z.B. die Brücke, die den den Sacrow-Paretzer-Kanal quert, "Brücke des Friedens" genannt wird?
Christoph Ney
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