Bauliche Entwicklung

In der Vergangenheit waren es Namen wie Siemens, von Diringshofen, Adlon. In den 30er und 40er Jahren ließen sich Filmstars der UFA in Neu Fahrland nieder. Der nach der politischen Wende einsetzende Zuzug aus Berlin und Potsdam und die rege Bautätigkeit sind Beleg dafür, dass die reizvolle Lage zwischen den Seen, die Einbindung des Ortes in die umgebenden Waldgebiete und die Nachbarschaft zu Potsdam bei gleichzeitiger Nähe zu Berlin ein nicht hoch genug einzuschätzendes Potential darstellen.

Die Anfänge einer Besiedlung liegen im Dunklen. Vom Gut Hainholz, das am Krampnitzsee lag, sind vor Ort keine sichtbaren Hinweise erhalten. Die mittelalterliche Wallfahrtskapelle auf dem Kirchberg wurde Ende des 17. Jahrhunderts abgetragen. Die Bedeutung des Kirchberges als markante Erhebung im Potsdamer Umland und als Aussichtspunkt blieb erhalten.

Die im 19. Jahrhundert sehr einsetzende Siedlungsentwicklung betraf vier Bereiche:

- die Insel zwischen Nord- und Südbrücke,

- die beidseits des nördlichen Brückenkopfes der alten Persiusbrücke    gelegenen ufernahen Grundstücke,

- die Uferzone des Krampnitzsees entlang der Straße Am Stinthorn und

- das Gebiet zwischen Weißem See und dem Südhang des Kirchberges entlang der  Ringstraße.

Zwischen den genannten Bauflächen verblieben ais gliedernde Elemente Teile des Waldbestandes.

Auf der Insel zwischen den beiden Brücken war das Fährgut Ausgangspunkt einer im 19. Jahrhundert einsetzenden Siedlungsentwicklung. Nach1850 entstanden in rascher Folge drei Ausflugsgaststätten, von denen das Parkrestaurant und die, Römerschanze, in ihrer baulichen Substanz heute noch erhalten sind, und auf eine neue Nutzung warten.

In der Feldflur am Lehnitzsee und am Weißen See war es der Obstbau, der im 19. Jahrhundert die sporadische Entstehung von bescheidenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden begünstigte.

Deutliche Akzente setzte die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzende Bautätigkeit am Lehnitzsee. Die Villa Siemens, die Villa Sigismund und die Villa Adlon repräsentieren den Typus eines anspruchsvollen bürgerlichen Wohnsitzes in schöner landschaftlicher Lage. In der Folge wurden sowohl am Lehnitzsee als auch am Weißen See ausgedehnte Bereiche parzelliert und bebaut.

Das Gebiet südlich des Kirchberges (Ringstraße) wurde nach 1930 zügig nach einem Plan des Architekturbüros von Estorff und Winkler parzelliert. Die Grundstücke fanden insbesondere das Interesse der Berliner. Häufig dienten die entstehenden Einfamilienhäuser als Zweitwohnsitz. Kriegsjahre und die politische Entwicklung der Nachkriegszeit unterbrachen die bauliche Entwicklung des Gebietes. Das nach 1989 einsetzende rege Interesse an attraktiven Grundstücken im Potsdamer Umland führte nicht nur in der Ringstraße sondern auch am Krampnitzsee zu reger Bautätigkeit.

Seit 1997 entstanden zwischen der Straße am Stinthorn und dem westlichen Ufer des Krampnitzsees auf 300 bis 600 qm großen Grundstücken rund 100 Wohneinheiten. Überwiegend wurden verklinkerte Doppelhaushälften im Landhausstiel gebaut.

Einen bedeutsamen baulichen Akzent setzte die 1993 fertig gestellte Heinrich-Heine-Klinik in Nachbarschaft der Siemensvilla. Der sensibel in die Landschaft eingefügte Neubau besteht aus drei Bauteilen, die sich in Form eines Y um einen zentralen Erschließungsbereich gruppieren. Die östlichen Gebäudefronten öffnen sich zum Krampnitzsee. Von einer vorgelagerten Terrasse blickt man über den See auf die gegenüberliegende Römerschanze.