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Ursprung dieser Brücke war eine Fuhrt an der Schnittstelle von
Lehnitzsee und Weißem See, danach eine Fähre, die eine direkte
Verbindung von Potsdam mit dem Umland nach Norden darstellte. Im Jahr
1323 wird diese Verbindung als Nedlitzer Fähre erstmals erwähnt. Seit
1588 waren Fährgerechtigkeit und Fährgut in der Hand der Familie Müller
(Familiengrab auf dem Bornstedter Friedhof). An Stelle der Fähre
entstand 1682 unter der Regierung des Großen Kurfürsten (Kurfürst
Friedrich Wilhelm *1620 †1688) eine Holzbrücke. Die Kosten des Baus
trug der Fährmann Müller, anstelle des Fährgeldes wurde nun Brückenzoll
erhoben.
In den Jahren 1840-1844 erfolgte der Bau einer weiteren Chaussee
Richtung Norden von Potsdam über Bornim und Marquardt nach Wustermark
mit Anbindung an die Hamburger Chaussee. Der daraus entstandene
Bedeutungsverlust minderte die Einnahmen an der Nedlitzer Brücke
beträchtlich, und die Müllers gaben auf. So erwarb König Friedrich
Wilhelm IV. (*1795 †1861) im Jahre 1845 die Brücke mit allen Rechten
und Pflichten und ließ eine massive Brücke bauen. Der Entwurf für diese
neue Brücke wurde dem Oberbaurat Ludwig Persius übertragen, die
Unterlagen zur Bauausführung überarbeitete Carl Ferdinand Busse. Am
10.10.1854 wurde vom König der Schlussstein gesetzt. Im Juli 1855
übergab man die neue Brücke dem Verkehr.
Vier Bögen überspannten den Wasserlauf, ergänzt durch eine mittels
Zugbrücke zu schließende Öffnung für den Schiffsverkehr. Der nördliche
Strompfeiler trug einen turmartigen Aufbau. Im Zusammenhang mit dem
Neubau der Brücke gestaltete Persius im Auftrag des Königs auch das
heute noch auffallende Wohnhaus der Familie Müller im Stile einer
normannischen Burg um. Das Ensemble aus Brücke und Gutshaus betonte die
von der Wasserseite besonders reizvolle landschaftliche Situation und
unterstrich den Übergang vom Umland zur Insel Potsdam.
Am Ende des 2. Weltkrieges wurden Gutshaus und Brücke schwer
beschädigt. Sprengungen die zwei südlichen Bögen der Brücke. Etwa 1950
wurde die Brücke repariert. Das zwar intakte, aber schon für den
damaligen Verkehr zu schmale Brückentor wurde abgerissen. Den mit dem
Verkehr in den folgenden Jahren gestiegenen Belastungen hielt die
Brücke aber auf Dauer nicht stand. Die gemauerte Bogenkonstruktion der
historischen Brücke zeigte schwerwiegende Schäden, eine denkmalgerechte
Instandsetzung war unter finanziellen und planerischen Aspekten nicht
durchsetzbar. Die denkmalgeschützte Persius-Brücke musste einem Neubau
weichen.
Die Bauarbeiten begannen im Februar 2002, am 2.12.2003 wurde die neue
Brücke für den Verkehr freigegeben. Die als Spannbetonkonstruktion
ausgeführte 54 Meter lange Brücke nimmt in der Gestaltung und in der
Wahl des Materials Bezüge zum ehemaligen Vorgängerbau auf. Die
beidseits der Brücke angeordneten Austritte laden zum Verweilen ein und
ermöglichen einen Ausblick auf die reizvolle Seenlandschaft.
Bilder:
1: Nedlitzer Nordbrücke um 1860, Lithographie
2: Panorama mit Lehnitz- und Krampnitzsee, Luftbild ca. 1930
3: Nedlitzer Nordbrücke 2005
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