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Der Gutspark

Die Bundesstraße 2 durchschneidet den ehemaligen Gutshof und den verhältnismäßig kleinen Gutspark am Ufer des Lehnitzsees. Einst verband ein tunnelartiger Durchgang unter der Brücke die beiden Teile miteinander.

thumb_gutsgarten_00 Der Park war recht einfach gestaltet. An der Böschung zur Straße wuchsen blühende Sträucher wie Flieder, Jasmin, Wildrosen. Um den gesamten Park verlief ein Rundweg, der am Seeufer beidseitig mit Alleebäumen begrenzt war. Auf dem Gelände befanden sich gepflegte Wiesenflächen, die von Sträuchern und kleinen Bäumen umgeben waren. Ein Steg führte auf den See. Dieser Steg verbreiterte sich am Ende und bot Raum für einen gemütlichen Sitzplatz direkt an bzw. auf dem See. Über eine Leiter konnte man zum Schwimmen ins Wasser steigen. Gleich daneben stand eine kleine, reetgedeckte Hütte zum Unterstellen von allerlei Utensilien.

Einst stand hier noch ein „Glashaus". Der Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I., hatte sich im See ein Angelhaus bauen lassen, das wohl sehr viele Fenster hatte. Hier wollte er sich von seinen Regierungsgeschäften erholen. Sein Sohn und Thronerbe Friedrich (später als Friedrich der Große bekannt) nutzte das Häuschen zuweilen auf andere Weise. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war bekanntlich sehr gespannt. Der König schickte Kronprinz Friedrich als Regimentschef nach Ruppin. Friedrich wollte sich aber auch manchmal vergnügen und traf sich heimlich mit alten Freunden in diesem Angelhaus. Die Müllers besaßen seit Generationen die Schankgerechtigkeit. Sie brauten Bier und kelterten Wein vom eigenen Weinberg. Eines Tages hatten Friedrich und seine Freunde wohl etwas viel von diesen Getränken genossen. Sie wurden lustig und laut. So manch ein Glas und manche Fensterscheibe gingen zu Bruch. Dem König kam das zu Ohren und er wollte dem Treiben ein Ende setzen. Der Kronprinz wurde gewarnt: „Der König kommt!" Sofort stoben alle auseinander. Friedrich versteckte sich auf dem Gutshof in der Wäschekammer unter schmutziger Wäsche. Die Hausfrau schaffte es gerade noch, wieder Ordnung zu machen und notdürftig zu reparieren. Der König kam, fand niemanden, ließ den ganzen Hof durchsuchen, aber Friedrich wurde nicht gefunden. 

thumb_gutsgarten_01 Unter einer Linde befand sich eine Grabanlage mit einem Findling als Grabstein. Hier ist der siebente Fährgutbesitzer Friedrich Heinrich August aus der Familie Müller begraben. Er bewirtschaftete das Familiengut „Nedlitzer Fähre" von 1780 bis 1811. Er war ein sehr guter Landwirt, der seine Scholle so lieb hatte, dass er hier auch nach seinem Tode bleiben wollte. Er ruht (heute noch) in seinem Garten. 

1982 wurde der Grabstein entfernt, seine Inschrift entfernt und umgearbeitet und auf das benachbarte Grundstück der ehemaligen Berufsschule als Gedenkstein für Willi Wolf aufgestellt.

Vermutlich 1990 wurde die alte Linde entfernt und das Grab eingeebnet. 

Jetzt plant der Ortsbeirat, hier einen öffentlichen Bürgerpark einzurichten und die Grabanlage wieder herzustellen.

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