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Die Brücke quert den Sacrow-Paretzer-Kanal und ist Teil der
Bundesstraße 2 (B2), die im Nahbereich von Potsdam nach Berlin Spandau
führt und als Bundesstraße Polen (über Schwedt an der Oder, Berlin,
Potsdam, Leipzig, Augsburg, München, Mittenwalde) und Österreich
miteinander verbindet.
Der Sacrow-Paretzer-Kanal (SPK) wurde im Jahr 1874 zur
Verkürzung des Schiffsweges als großer Haveldurchstich zwischen den
Orten Sacrow und Paretz gebaut. Der Weg für die Lastkähne von und nach
Berlin wurde dadurch erheblich verkürzt und erleichtert. Sie brauchten
nicht mehr durch die Stadt Potsdam und die sie umgebenden Seen zu
fahren. Der Wasserweg führte aber immer noch durch die so genannte
„Nedlitzer Nordbrücke“ (umgangssprachlich „Persius-Brücke“).
Im Jahre 1897 waren es 35.276 Kähne, die diese Strecke
benutzten. Das waren etwa 120 Lastkähne täglich. Da hatte der
Brückenaufzieher viel zu tun. Er wohnte im angrenzenden Zollhaus, das
gleich hinter der Brücke, auch heute noch ganz dicht an der Straße
steht.
Eine Veränderung dieser Situation trat 1904 ein. Ab 1902 wurde
ein Kanaldurchstich vom Weißen See zum Jungfernsee durchgeführt. Eine
Straßenbrücke über diesen neuen Kanal wurde nun nötig. Es war eine
Stahlkonstruktion mit zwei Abschlusspostamenten an den
Hauptträgerenden. Am 30. März 1904 konnte die Abnahme der Bauausführung
von Kanal und Brücke erfolgen. Es wurde gleichzeitig festgelegt, dass
zur Unterscheidung der beiden Brücken die ältere den Namen „Nedlitzer
Nordbrücke“ (umgangssprachlich „Persius-Brücke“), die neue
Straßenbrücke über den Durchstich den Namen „Nedlitzer Südbrücke“
(„Brücke des Friedens“) erhielt. Mit dem Bau der zweiten Brücke war nun
auch eine Insel entstanden.
1945 lag die Nedlitzer Südbrücke zerstört im Kanal. Der Verkehr
konnte zunächst nur mit Fischerkähnen erfolgen. Aber sehr schnell wurde
eine Behelfsbrücke errichtet. Etwa 80 Meter westlich arbeiteten unter
russischer Regie sowjetische Pioniere und Männer aus Neu Fahrland mit
vereinten Kräften an einer Holzbrücke. 150 Pfähle wurden in
vierwöchigem Arbeitsgang mit Hilfe von zwei Rammen im Handbetrieb
eingesetzt. Das Holz holten die Soldaten mit ihrem Gerät aus den
umliegenden Wäldern. Die benötigten Bohlen für die Fahrbahn
bearbeiteten die Soldaten mit einfachen Beilen. Diese Konstruktion
konnte bald von schwersten Fahrzeugen benutzt werden.
Für die Wiederherstellung der stählernen Kanalbrücke brauchte
man fast sechs Jahre. Langwierige Aufräumungsarbeiten waren nötig. Alte
Brückenteile mussten zur Materialbeschaffung sorgsam geborgen werden.
Schweißer waren mit seiltänzerischer Gewandtheit am Werk, die Träger
auseinander zu nehmen, die dann wieder gerade gebogen beim Neubau
Verwendung finden sollten. Eine neue Brücke über den Kanal konnte zum
Winterbeginn 1950/51 übergeben werden.
Diese Brücke ist den heutigen Verkehrsansprüchen nicht mehr
gewachsen. Seit Jahren wird über einen Ersatzbau nachgedacht und nun
auch hoffentlich im Laufe der nächsten Jahre entworfen und gebaut.
Bilder:
1: Nedlitzer Südbrücke 2005 Detail
2: Nedlitzer Südbrücke ca.1930
3: Nedlitzer Südbrücke 2005
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