|
auch bekannt als Villa Sigismund
Am Ende der Straße Am Lehnitzsee gelegen, zeigt sich die Villa
von Diringshofen als repräsentativer herrschaftlicher Wohnsitz in einem
weiträumigen parkartigen Gelände.
Der preußische Generalleutnant Max von Diringshofen ließ sich
diesen Landsitz in den Jahren 1912/13 erbauen. Herr von Diringshofen
entstammte einem alten Adelsgeschlecht, das im Jahre 1495 den
Reichsadel verliehen bekam. Das Familienwappen prangt noch heute am
wasserseitigen Giebel der Villa.
Der Entwurf der Villa geht auf den Berliner
Regierungsbaumeister Ludwig Otte zurück. Das zweigeschossige und von
einem Mansarddach bekrönte Haus orientiert sich mit seiner
repräsentativen Gartenfront zum Lehnitzsee. Freitreppe, Balkon und
gaubenartiger Aufbau betonen den herrschaftlichen Charakter des Hauses.
Auf dem ca. 1 Hektar großen Grundstück entstand noch ein zweites
Gebäude in dem Wohnungen für die Bediensteten, aber auch Pferdeställe
und Wagenremisen vorhanden waren.
Nach dem 1. Weltkrieg veranlassten finanzielle Verluste
zunächst die Vermietung der Villa an den Berliner Bankier Siegheim.
Bereits 1927 verkaufte Herr von Diringshofen den gesamten Besitz an
Prinz Sigismund von Preußen, der einer Seitenlinie der herrschenden
Hohenzollern entstammte. Der plötzliche tragische Tod des Prinzen, der
als Dressur- und Geländereiter international erfolgreich war, und beim
Training nach einem Wettkampf am 6. Juli 1927 mit seinem Reitpferd
verunglückte, stellte eine Übersiedlung der Familie zunächst in Frage.
Erst 1934 wird das Haus am Lehnitzsee Familiensitz der Witwe und ihrer
zwei Kinder. 1938 stirbt die Prinzessin, die beiden Kinder lebten mit
ihrem Vormund hier bis 1945. Die Wirren des Kriegsendes veranlassten
die Bewohner, den Besitz zu verlassen. Sie kehrten nicht zurück.
Das Haus wurde zunächst sowjetisches Lazarett, ab 1947
amerikanische Militärmission. Nach der politischen Wende 1989 wurden
die Militärmissionen entbehrlich und die Amerikaner verließen das
Gelände. Danach war in der repräsentativen Villa für einige Jahre die
Wirtschaftsförderung Land Brandenburg untergebracht. Im Verlauf der
Eigentumsrestitution erfolgte eine Rückübertragung an die Hohenzollern.
2005 wurde der Besitz an einen privaten Erwerber veräußert, der noch im
gleichen Jahr Villa und Park denkmalgerecht herrichten ließ.
Die Villa und der Garten stehen seit 2002 unter Denkmalschutz.
Bilder:
1: Villa Diringshofen (Jan. 2006)
2: Villa Diringshofen Wasserseitug (Jan. 2006)
3: Villa Diringshofen (etwa 1920/30)
|