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Villa Siemens

Carl Friedrich von Siemens (1872-1941) kaufte 1908 von der königlichen Forstverwaltung ein mit Eichen, Buchen und Kiefern bestandenes Gelände auf dem Stinthorn. Das östlich vom Lehnitzsee begrenzte Grundstück umfasst eine Fläche von etwa 12 Hektar. Die Planung des großzügig konzipierten Wohnsitzes lag in den Händen des Berliner Architekten Otto March (1845-1913). Das auf einer Anhöhe 29 Meter über dem Lehnitzsee gelegene repräsentative Anwesen orientiert sich am Stil englischer Landsitze. Nach einer Bauzeit von elf Monaten bezog die Familie von Siemens im Frühjahr 1910 den Heinenhof genannten Gebäudekomplex, zu dem neben luxuriös ausgestatteten Wohngebäuden auch Pferdeställe, Wagenremisen und Wirtschaftsgebäude zählten. 1944 entstand an der Westseite des Parks ein zweigeschossiges Gebäude, das der Rüstungsforschung diente und als Waldhaus bezeichnet wurde.

thumb_villasiemens_00Die um den Heinenhof entstandene Parkanlage geht auf den Gartenarchitekten Heinrich Buchacker zurück. Der vorhandene Baumbestand und die Wasserflächen des Lehnitz- und Krampnitzsees (Wasserfront ca. 1 Kilometer) wurden mit großer Sensibilität in die Planung des Parks einbezogen. An der Ostseite des Wohngebäudes waren erhebliche Bodenbewegungen erforderlich, um für einen Senkgarten mit Wasserbecken und eine Terrasse mit angrenzender Rasenfläche das erforderliche Planum zu schaffen. Die in der Nachbarschaft des Wasserbeckens erhaltene, etwa 250 Jahre Eiche, die durch eine Kalksteinmauer gegen das aufgeschüttete Gelände gesichert wurde, macht anschaulich, welchen Umfang die ausgeführten Erdbewegungen hatten.

Die Wegeführung im Park verbindet durch einen dem Hang folgenden Pfad die zum See orientierten Aussichtspunkte und Blickachsen. An drei Stellen verlaufen Verbindungswege zum Uferweg. Vom Uferweg ist der Bootsplatz mit dem ehemals reetgedeckten Bootshaus erreichbar. Der Zustand der 1908 konzipierten Parkanlage ist im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben, jedoch machen Wildwuchs und unangemessene Neupflanzungen die ursprünglich vorhandenen Sichtbeziehungen nur noch eingeschränkt erlebbar.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Heinenhof bis 1952 als sowjetisches Militärhospital genutzt, danach dienten die Gebäude und der Park als Kliniksanatorium für Magen-, Darm-, Nieren- und Leberkranke. Bald wurde es erweitert, es gab vielschichtige Behandlungsmethoden, verbunden mit Kulturangeboten. und es wurde zu Ehren des deutschen Dichters Heinrich-Heine-Klinik genannt.

Im Jahre 1993 wurde, bedingt durch die Rückübertragung des Anwesens an die Firma Siemens, in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues, modernes Klinikgebäude errichtet und unter dem gleichen Namen weitergeführt.

Der rückübertragene Besitz wurde inzwischen veräußert und befindet sich in privater Nutzung.

Der Heinenhof und die Parkanlage stehen seit 1986.unter Denkmalschutz.

Bilder:

Villa Siemens (Heinenhof) Eingangsseite vor 1913

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